Fotografie vs Photoshop, eine unendliche Diskussion

Vorweg eine kurze Ansage zu meinen Videos. Ich weiß ich habe versprochen möglichst regelmäßig neue Videos zu veröffentlichen aber ich komme einfach nicht so hinterher wie ich es gerne selber möchte. Arbeit und Freizeit konkurrieren einfach oft viel zu sehr und die Arbeit an einem Youtube-Video nimmt doch wesentlich mehr Zeit ein als ich es vorher gedacht habe. An dieser Stelle meinen größten Respekt an alle Content Creator die fast täglich neue Videos produzieren. 

Ich werde jedoch zusehen, dass ich demnächst wieder mit einem neuen Video starte und dann auch kontinuierlich dran bleibe. Das Thema steht ja bereits fest, es wird um das Schärfen von Bildern gehen, ein Thema das quasi eine Wissenschaft für sich ist. Doch jetzt genug davon und zum eigentlichen Thema des heutigen Posts.

 

Da ich in meiner freien Zeit gerne alle Diskussionen und Berichte zur Fotografie verfolge und mir auch immer beide Seiten der Medaille anschaue treffe ich auch regelmäßig auf sehr kontrovers geführte Diskussionen. Anlass des heutigen Posts ist ein Video von einem meiner liebsten Kanäle auf Youtube, die sich ganz und gar der Fotografie verschrieben haben. Die Rede ist von dem Kanal Fstoppers. Die gleichnamige Webseite wurde von zwei passionierten amerikanischen Fotografen gegründet und beherbergt den unterschiedlichsten Inhalt zum Thema Fotografie. Ich kann nur jedem der des Englischen mächtig ist empfehlen der Seite einen Besuch abzustatten. 

 

Das angesprochene Video ist einer der aktuellsten Beiträge der beiden, ich dem sie sich gemeinsam mit zwei weiteren professionellen Fotografen ein Bild des aktuell wohl erfolgreichsten Fotografen Peter Lik vornehmen. Peter Lik hat unzählige Galerien über den gesamten Globus verteilt und kann seine Bilder aufgrund der hohen Nachfrage für surreale Summen verkaufen. Ob einem die Bilder gefallen oder nicht, das muss noch jeder für sich selber entscheiden aber in dem Video geht es um einen ganz besonderen Aspekt seiner Fotografie.

 

Peter Lik selber und auch alle seine Verkaufsangestellten in den Galerien behaupten beharrlich, dass alle seine Bilder unbearbeitet sind und direkt so wie gedruckt aus der Kamera kommen. Diese Behauptung spaltet die Gruppe der Fotografen in zwei Lager und beim betrachten der Bilder wird auch schnell klar wieso. Ich selbst würde meinen, das seine Bilder definitiv am Computer bearbeitet sind und zwar nicht zu knapp. Aber ändert das tatsächlich etwas an der Qualität der Bilder mit oder ohne dem Wissen der digitalen Nachbearbeitung. 


Das besagte Video der Fstoppers zum Bild von Peter Lik


Ich kann verstehen warum Fotografen darüber streiten ob es möglich ist oder nicht ein Bild so aufzunehmen wie das Beispielbild aber diese Diskussion steht für mich beispielhaft für die Frage ab wann ist ein Foto eine manipulierte und komponierte Schöpfung. Wie viel darf ich bearbeiten? Wer entscheidet was natürlich ist und wann es künstlerisch wird? Die Frage zur Nachbearbeitung von Fotos ist in jedem meiner Workshops an irgend einem Punkt Thema. Ich kann dann immer nur sehr vorsichtig meine Meinung zum Thema darlegen, da ich glaube man kann gerade bei diesem Thema sehr stark beeinflussen. 

 

Wenn ich meine Bilder in Lightroom importiere und meinen üblichen Workflow beginne sehe ich mich selbst oft vor der Frage was darf, kann und will ich machen und was könnte für diese Bilder funktionieren. Dabei ist es doch eigentlich schon schade, dass man sich selbst fragt wie weit man es treiben kann oder darf. Die Bearbeitung meiner Bilder ist eine vollkommen persönliche Sache und das Ergebnis ist in erster Linie ein Produkt meiner Arbeit und Kreativität. Trotzdem erwische ich mich selbst immer wieder dabei, dass ich Fotos anderer Fotografen abwertend mit Worten wie "ist doch alles ge-Photoshopt" oder "total unrealistisch und nicht möglich" abschmettere. Dabei möchte ich den kreativen Prozess des Urhebers in keiner Weise abwerten, ich denke ich muss mich sogar zügeln und meine Meinung ein wenig relativieren aber wer kennt den selben Zwiespalt nicht?!

 

Peter Lik und seine Behauptung sind jedoch trotzdem ein Dorn im Auge für mich, denn ich habe bisher noch keine Kamera gesehen die Szenen so einfangen kann wie er es in seinen Bildern tut. Die Reichweite der Dynamik und oft auch die Farben sind einfach zu weit davon entfernt, was ich bisher mit eigenen Augen gesehen habe.  Ich möchte mich jedoch in keiner Weise als allwissend darstellen, vielleicht beweist er seine Behauptung ja irgendwann einmal und nimmt mir meine Skepsis. Mich persönlich würde Eure Meinung dazu interessieren und ich würde mich freuen, wenn ihr eure Gedanken dazu einfach in den Kommentaren festhaltet.

 

Bis dahin einen wunderschönen Abend noch und tolle Bilder!

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