Neue Kamera, neue Möglichkeiten

Wie im letzten Eintrag berichtet habe ich meine Ausrüstung stark umgestellt und möchte nun auch die Fähigkeiten erlernen dieses auszureizen. Ein Traum von mir war schön immer die Milchstraße in all ihrer Pracht in einem Bild festzuhalten, ohne das ich mit Photoshop alles Nachbearbeiten muss um überhaupt etwas sichtbar machen zu können. Gestern habe ich nun die Gelegenheit des Neumonds und des klaren Himmels genutzt um die Sony Kamera ein wenig besser kennen zu lernen.

 

Während meines nächtlichem Ausfluges war vor allem der Ort eine riesige Herausforderung. Hilfsmittel wie "Dark Sky Map" halfen mir zunächst einen geeigneten Ort zu finden um den Sternenhimmel aufzunehmen. Das Galaktische Zentrum der Milchstraße ist bei uns in der nördlichen Himmelsphäre vor allem zwischen Mai und August besonders gut zu sehen. Gestern kam dann der klare Himmel zusammen mit einem Neumond, ein Heller Mond am Himmel raubt einem sonst oft das wenige Licht der Milchstraße. Nun war noch Ravensburg und die Stadtbeleuchtung selbst ein Problem, welches nur durch eine ausgiebige Nachtwanderung ausgeschaltet werden konnte. Da die Milchstraße ziemlich genau im Süden aufgeht musste ich also nach Süden aus der Stadt wandern und dabei gleichzeitig so viele Höhenmeter wie möglich gewinnen. nach ca. vierzig Minuten habe ich dann endlich einen geeigneten Platz gefunden. Zwar fand ich hier keinen besonders schönen Vordergrund aber man kann ja auch nicht alles auf einmal haben. Immerhin sollte es ja erst ein Versuch werden wie gut die neue Kamera das Sternenlicht einfangen würde.

 

Mein Kit ist für diesen Zweck leider noch nicht optimal, denn eigentlich fehlt es mir an einem sehr lichtstarken Objektiv. Aus diesem Grund musste für dieses Shooting das FE 16-35mm F4 G OSS herhalten. Natürlich darf bei einer solchen Herausforderung ein stabiles Stativ und ein Fernauslöser nicht fehlen, da die Belichtungszeiten bis zu 30 Sekunden erreichen.

 

Orientiert habe ich mich an der "500er Regel" laut der man 500 durch die gewählte Brennweite teilt und somit die maximal mögliche Belichtungszeit für scharfe Sterne erhält. Zu beachten ist jedoch, dass diese Regel sich immer auf das Kleinbild-Äquivalent bezieht. Vergesst also nicht die Umrechnung mit dem Crop-Faktor um eure Belichtungszeit zu errechnen. Nach der Regel könnte ich also bis zu 31 Sekunden belichten, da im extremen Weitwinkel jedoch Verzerrungen in den Ecken auftreten können, habe ich mich dazu entschlossen nur zwischen 20 und 25 Sekunden zu belichten. 

 

Schnell konnte ich mittels Photopills die genaue Position der Milchstraße ermitteln und habe alles aufgebaut. Die ISO Empfindlichkeit liegt bei solchen Aufnahmen ohne Star-Tracker in der Regel zwischen 1600 und 6400, also experimentierte ich ein wenig rum und schnell fand ich den Sweetspot bei ISO 2500. Aber nun genug der Fachsimpelei, hier ist nun ein erster Eindruck der Leistungsfähigkeit der Sony Alpha 7 III.


Sony Alpha 7 III / Sony FE 16-35mm F4 G OS / ISO 2500 / F4 / 20 Sekunden


Auch wenn mir der Vordergrund nicht richtig gefällt bin ich doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Zum ersten Mal konnte ich tatsächlich die feinen Farbnuancen in den Sternen-Nebeln sichtbar machen ohne, dass die Bilder vom Rauschen verschlungen werden. Ich hoffe ich kann meine Technik noch deutlich verbessern und bald noch beeindruckender unsere Galaxie aufs Foto bannen. Ich denke ich werde mich in Zukunft mehr mit der Astrofotografie beschäftigen, es macht einfach unfassbar Spaß Dinge in Bildern sichtbar zu machen, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Falls euer Interesse auch geweckt ist lasst es mich wissen, gerne können wir auch gemeinsam losziehen.

 

Bis dahin, euch tolle Bilder und bis bald.

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