Ich packe meinen Koffer.....

Endlich geht es wieder auf Reisen und diesmal auch endlich so richtig exotisch. In knapp einer Woche brechen meine Partnerin und ich auf nach Sri Lanka um noch einmal ein wenig Sonne zu tanken bevor uns der Winter langsam endgültig einholt.

 

Häufig geht es in den Workshops von mir auch um die Ausrüstung und gerade lange Flugreisen stellen einen doch hin und wieder vor die ein oder andere Herausforderung. Bei durchschnittlich 7 bis 10kg zulässigem Handgepäck fällt die Entscheidung über die Ausrüstung häufig schwer, denn die Obergrenze ist schnell erreicht. Ich persönlich habe deshalb eine ganz klare Richtlinie. Manche dinge müssen mit, manche bleiben Heim.

 

Generell gilt das Kamera und Objektive auf jeden Fall im Handgepäck reisen sollten, da der oft raue Umgang mit dem Aufgabegepäck dem teuren Foto-Equipment nicht gerecht würde. Den Rest teile ich dann je nach Gewicht auf, Kabel und Ladegeräte schaffen im Normalfall auch den Transport im großen Koffer ohne Schäden. 

 

Für Reisen und lange Touren ist der Foto-Rucksack meine erste Wahl was die Tasche angeht. Zum Glück habe ich dank meiner wundervollen Freundin nun auch einen Handgepäck-tauglichen Rucksack der Marke F-Stop aus Amerika. Die Rucksäcke sind wahnsinnig robust und schützen den wertvollen Inhalt bestmöglich. In diesem Fall ist das besondere, dass der Rucksack aus zwei Teilen besteht: dem Rucksack, der auch einzeln als Wanderrucksack eine gute Figur macht, und dem Insert für das Fotoequipment. Dieses lässt sich in verschiedenen Größen und Formen erwerben und der Ausrüstung anpassen. Es wird mittel Klett fest im Rucksack verankert, kann aber bei bedarf auch entnommen und im Hotelsafe oder Ähnlichem verstaut werden.  Für die kommende Reise setze ich auf das mittelgroße Insert, wie auf dem Bild passt so perfekt meine Vollformatkamera mit zwei bis drei Objektiven in den Rucksack und es hat trotzdem noch genug Platz für diverses Zubehör.


Müsste ich mich neben der Kamera auf ein einziges Zubehör für meine Ausrüstung beschränken wäre es ganz sicher ein Stativ. In diesem Fall wird mich das unglaublich gute Trioc 2840 von Novoflex mit dem kleinen Classic Ball begleiten. Zusätzlich habe ich noch die austauschbaren kleinen Beine im Gepäck um bodennahe Aufnahmen anfertigen zu können. 

 

Viele Fluglinien mögen es nicht, wenn man sein Stativ außen am Rucksack festschnürt, weshalb ich dazu übergehe mein Stativ im Koffer zwischen die Kleidung zu packen. So gepolstert habe ich noch nie Probleme beim Transport gehabt bis auf die Angst, das der Koffer auf dem Flug verloren gehen könnte. Klar könnte man hier ein paar Gramm sparen und ein ultraleichtes Reise-Stativ einpacken aber da ich nicht ausschließe das Dreibein auch mal im Salzwasser der Brandung aufzubauen setze ich lieber auf eine sehr stabile Variante um die Vibrationen zu minimieren.

 

Da ich auf ein kleines Tischstativ nicht verzichten möchte ist das Novoflex-System für mich perfekt. Alle Beine lassen sich einzeln abschrauben und austauschen. So brauche ich nur die kleinen Beine einpacken und schlage zwei Fliegen mit einer Klappe. Dazu kommt, dass die Kombination aus gefräster Aluminium-Kalotte und den kleinen Beinen eine Tragkraft von ca. 90kg hat und somit für jede Art von Ausrüstung geeignet ist. Carbon ist aus zwei Gründen meine erste Wahl: zum einen spare ich Gewicht und zum anderen schwingen Carbonstative bei Erschütterungen nicht so lange nach. Somit bin ich bestens gerüstet für alle Arten von Aufnahmen. Insbesondere Langzeitbelichtungen an der Küste und Sternenaufnahmen stehen auf dieser Reise auf dem Programm.


Wenn es um Landschaftsaufnahmen und Langzeitbelichtungen geht dürfen natürlich die richtigen Filter nicht fehlen. Ich persönlich setze nun schon seit geraumer Zeit auf ein Steckfiltersystem, das mir erlaubt die Filter an allen meinen Objektiven zu verwenden. Da ich in der Regel nicht weiter als 16mm im Vollformat im Weitwinkel benutze reicht mir ein Filtersystem mit 100mm Breite. 

 

In der Filtertasche für diesen Urlaub findet sich folgende Ausrüstung:

  • Polarisationsfilter 77mm, sowohl eine Schraubvariante, als auch eine für das Filtersystem
  • ein 77mm ND500 Graufilter (9 Blendenstufen)
  • ein 77mm Vario-Graufilter (2 bis 5 Blendstufen)
  • 100mm Grauverlaufsfilter (3 Blendstufen)
  • 100mm Graufilter (6 Blendstufen)
  • 100mm Grauverlaufsfilter (5 Blendstufen)

Um alles perfekt nutzen zu können habe ich natürlich noch einiges an Adapterringen mit im Gepäck aber die wiegen zum Glück fast nichts.

 

Mit bei den Filtern habe ich auch immer meinen Fernauslöser verpackt. Ich setzte hierbei auf einen herkömmlichen Kabelauslöser, der verbraucht keine Batterien und hat mich noch nie im Stich gelassen. Zwar besitze ich auf Varianten mit Funk aber auf langen Touren spare ich mir das Gewicht von zusätzlichen Batterien und setze auf die altbewährte Technik. Der Fernauslöser ist einfach unerlässlich für lange Belichtungen und gehört in jeden Rucksack eines Landschaftsfotografen.


Zuletzt habe ich noch ein paar Sachen im Rucksack, die ebenso unerlässlich sind wie alles bisher genannte. Fangen wir ganz links an. ich bevorzuge meine Kamera nie ungesichert zu tragen. Aus diesem Grund habe ich immer einen Tragegurt und eine Handschlaufe dabei. Je nach Situation wechsle ich zwischen den beiden Varianten, daher habe ich mich für das Peak Design System entschieden. Durch die kleinen Anker, die an der Kamera verbleiben, kann man zwischen Gurt und Handschlaufe in Sekunden wechseln und wenn die Kamera auf dem Stativ ist kann man alles schnell entfernen.

 

Daneben habe ich ein wetterfestes Etui für Speicherkarten, in dem ich 8 leere Karten mit verschiedenen Größen aufbewahre. Zusammen mit den zwei Karten in meiner Kamera habe ich 512GB Speicherplatz zur Verfügung und durch die Robuste Verpackung brauche ich mich nicht um Schäden fürchten. Direkt darunter liegt für diese Reise noch ein regenfester Überzug für die Kamera. Zwar sind die professionellen Geräte Wetterfest, wenn man jedoch in der Brandung steht oder nahe an einem Wasserfall mit Sprühnebel geht nichts über diese leichte und kleine Schutzhülle. Durch die Eingriffe an den Seiten und dem Sichtfenster an der Display-Seite lässt sich de Kamera ohne Probleme unter der Hülle bedienen. Manch einer setzt in solchen Fällen auch auf einfache Duschhauben, ich bevorzuge jedoch diese Variante.

 

Die Reinigung der Kamera spielt auf Reisen eine wichtige Rolle, weshalb ich immer unzählige Microfaser-Tücher in meinem Fotorucksack verteilt habe. Zusätzlich habe ich auch immer einen Lens-Pen und einen Blasebalg dabei. Klar kann man Staubflecken im Nachhinein auch digital entfernen aber das ist mir doch auf Dauer etwas zu anstrengend. Deshalb ist es immer wichtig genügend Reinigungsmittel dabei zu haben. Auch ein kleines Notfall Kit für eine Sensorreinigung gehört deshalb in meine Tasche.

 

Als letztes, aber nicht unwichtiger als der Rest sind noch einige Hilfsmittel für die Stromversorgung und co in meinem Rucksack. Ganz klar habe ich immer mindestens einen Ersatzakku in meinem Gepäck, denn nichts ist ärgerlicher als wenn einem im wichtigstem Moment der Saft ausgeht. Zusätzlich habe ich auch ein USB Ladegerät und eine ausreichend große Powerbank im Gepäck um die Akkus auch unterwegs oder ohne Steckdose laden zu können. Als letztes Teil meiner Ausrüstung ist noch eine Stirnlampe in meinem Rucksack. Will man den Sonnenaufgang oder Untergang fotografieren steht man schneller im Dunklen als man denkt. Hier ist eine Stirnlampe einfach unerlässlich, da sie einem die Hände für alles andere freihält. Ich habe mich für den Klassiker von Petzl entschieden, der ist robust und hat einen Lithium-Ionen Akku der sich über Micro-USB laden lässt. perfekt für Touren ohne ständigen Zugang zu Steckdosen.

 

Ich hoffe ich konnte euch damit einen guten Überblick geben über die Dinge, die ich für unerlässlich halte auf solch einer Reise. Je nach Wetterlage ergänze ich natürlich noch das ein oder andere Kleidungsstück, das ist aber mein Grundstock und selbst dieser kommt so inklusive Rucksack auf ein Gesamtgewicht von ca 9kg. Ich plane auf der kommenden Reise sofern es die Zeit zulässt auch noch ein komplettes Tutorial-Video für euch aufzunehmen. Dabei soll es von der Motivfindung bis hin zum fertig bearbeitetem Bild gehen. Ich hoffe das klappt wie geplant und bis dahin wünsche ich tolle Motive!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0