Graue Riesen, graue Bilder

Jetzt sind es knapp drei Wochen seit unserer Rückkehr vom grünen Juwel im Indischen Ozean Sri Lanka. Es war eine beeindruckende Reise mit einer Vielfalt von Eindrücken an jeder Ecke. Ich habe rückblickend betrachtet deutlich weniger Bilder gemacht als ich es im Vorhinein vermutet habe, vielleicht war es auch einfach gut die Seele mal baumeln zu lassen und nicht ständig auf Motivsuche zu gehen, ich bin jedenfalls trotzdem sehr glücklich mit meiner Ausbeute.

 

Wer mich auf Instagram verfolgt hat, der hat sicher mitbekommen wo wir überall unterwegs waren und hat einen groben Einblick von unserer Reise bekommen. Heute möchte ich jedoch nicht auf die Reise an sich eingehen, sondern vielmehr meine Erfahrungen teilen, die ich während unserer Safari gemacht habe. Wir haben uns schon vor der Reise fest vorgenommen eine Safari in einen der großen Nationalparks zu machen. Noch nie waren wir exotischen Wildtieren so nahe wie es hier der Fall sein würde. Natürlich schwingt immer ein schlechtes Gewissen mit wenn man sich nicht sicher ist, ob die Vermarktung der Wildnis förderlich für Flora und Fauna ist. An vielen Orten waren wir auch erschrocken mit welchen Mitteln einem der Tierschutz als Daseinsberechtigung für die ein oder andere Einrichtung verkauft wird. Etwa die weit verbreiteten Meeresschildkröten-Farmen. Verkauft wird einem die wichtige Aufgabe des Artenschutzes und der Aufzucht diverser Schildkrötenarten, mit ein wenig Nachforschung kommt man jedoch schnell hinter die Masche dieser Farmen. Sie kaufen von den Einheimischen Schildkröteneier, die diese aus den Nestern ausgebuddelt haben. Nun werden sie bis zum schlüpfen in den Farmen aufgezogen und dann in 5er Gruppen an Touristen verkauft, damit diese die kleinen Schildkröten am Strand frei lassen. Nur leider haben die kleinen Tiere keine Chance wenn sie in so geringer Zahl freigelassen werden. Normalerweise ziehen sie alle gleichzeitig in den Ozean damit die Überlebenschance höher ist. Aber wer kann es schon Menschen die vor 14 Jahren alles durch einen Tsunami verloren haben untersagen ihre natürlichen Ressourcen zu Geld zu machen. Wir haben einfach beschlossen solche Orte zu meiden und sie nicht zu unterstützen.

 

Die großen Nationalparks haben jedoch im Gegensatz dazu ein sehr gutes Image, auch wenn man bestimmte Einrichtungen wie das Elefanten-Weisenhaus sicher auch besser meidet. Wir haben uns nach reichlicher Überlegung für eine geführte Safari im Udawalawa National Park entschieden. Dieser ist ungefähr 3-4 Stunden weg von der Südküste, je nach Verkehrslage. Unser Trip begann schon sehr früh am Morgen. Um 4 Uhr sind wir mit dem Shuttle Richtung Nationalpark aufgebrochen. Die vorherige Annahme man könnte auf der Fahrt ja ein wenig Schlaf nachholen wurde schnell enttäuscht. Der Zustand der Straßen in Sri Lanka ist für uns verwöhnte Mitteleuropäer echt ein Graus. Die Kombination aus Stoßdämpfern am Ende Ihrer Lebenszeit und den unzähligen Schlaglöchern machte schlafen quasi unmöglich. 

 

Als die Sonne langsam über den Horizont gekrochen kam sind wir schließlich gebeutelt und müde im Nationalpark angekommen. Vor Ort stiegen wir dann auf einen Jeep mit Sitzaufbau um und die Spannung ließ die Müdigkeit langsam verschwinden. Die letzten Kilometer bis zum Parkeingang waren in dem offenen Jeep sehr belebend und beeindruckend. Schon bevor wir die Pforte des Parks erreicht hatten sichtete unser Guide den ersten Elefanten am Rande des Parks. Generell war es beeindruckend wie unser Guide Ruan in voller Fahrt und bei all dem Schunkeln immer wieder auch die kleinsten Parkbewohner erspähte. 


Die Sonne erweckt den Park zum Leben - Blick aus dem fahrenden Jeep

Schon als wie die ersten Meter in den Park hinein gefahren waren hatte mich der Ausflug bereits voll überzeugt. Die vielen Jeeps direkt am Eingang verteilen sich nach wenigen Minuten in dem weiten Park und schon sind die letzten Zweifel zerstreut. Hätte ich aussteigen können wäre ich wohl vor Motiven nicht mehr von der Kamera zu trennen gewesen. Allein die Parklandschaft ist bereits ein traumhaftes Motiv in der frühen Morgensonne. Safaris sollten hier sowieso entweder früh am Morgen oder am späten Nachmittag unternommen werden wegen der großen Hitze über den Mittag.

Tierfotografie ist ja nun nicht wirklich mein Gebiet und trotzdem hatte ich ein Paar Motive bereits im Kopf. Vor allem Bilder von wilden Elefanten hatte ich schon Wochen vor dem Urlaub vor meinem geistigen Auge. Aus diesem Grund hatte ich mich entschlossen mein 70-200mm Objektiv anzusetzen, was sich als Wunderwaffe herausstellen sollte auch wenn die Tiere deutlich näher kamen als ich vermutet hatte.

 

Leider war die Sonne bereits schnell hoch am Himmel und das Licht bereitete keine besondere Stimmung für Fotos, weshalb ich beim Entwickeln der Bilder schnell zu dem Schluss kam, dass Schwarz-Weiß wohl der way-to-go werden würde. Natürlich habe ich auch einige Bilder in Farbe entwickelt und die Tatsache, dass ich alles in RAW geschossen habe lässt mir ja noch jegliche kreative Freiheit in der Zukunft andere Varianten auszuprobieren. 

 

Schon nach wenigen Minuten konnten wir die grauen Riesen dann endlich hautnah erleben, zeitweise so nah, dass man sie mit ausgestrecktem Arm hätte berühren können. Es war eine atemberaubende Erfahrung, so groß und friedlich...einfach wunderbar. Oft konnte man fast verschiedene Charaktere erkennen in dem Verhalten der Tiere und Ihren Gesichtszügen. Ich bin auf jeden Fall überglücklich diese Erfahrung gemacht zu haben und hier einmal die ersten Eindrücke.


Die erste Sichtung im Park noch etwas versteckt aber trotzdem ein toller Anblick


Gänsehaut wenn solch ein ruhiger Riese auf einen zu kommt


Die Safari dauerte ca dreieinhalb Stunden an und wir haben tatsächlich fast alle Wildtiere gesehen, für die der Park so berühmt geworden ist. Einzig der Anblick eines Leoparden wurde uns an diesem Tag verwehrt. Klar kann man solchen Tieren im Zoo auch ähnlich nahe kommen, die Tiere aber in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten war einfach eine wunderschöne Erfahrung. Wir wurden sogar Zeuge einer faszinierenden Familienszene als sich eine ganz Gruppe Elefanten inklusive Jungtier unter einer Baumgruppe zum Fressen einfand. Die Bilder mit dem Jungtier zählen auch einfach zu meinen Favoriten. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Ausbeute an Bildern von der Safari. Sicher würde ein Wildtier-Fotograf mehr aus solchen Motiven herausholen aber für einen ersten Versuch bin ich doch durchaus zufrieden mit meinem Bildern. Hier noch ein paar meiner Lieblingsbilder von dem Tag:


Das ca 4 Wochen alte Jungtier zwischen den Elefantenkühen



Ganz ruhig trotten Mutter und Kind von dannen


Neben den Elefanten habe ich natürlich auch noch viele andere Wildtiere an dem Tag fotografiert aber bis zum Jahresende möchte ich mir noch ein paar Schmankerl aufheben um sie nach und nach hier zu veröffentlichen. Vielleicht wollt ihr ja eure Meinung zu den Bildern mit mir teilen, ich würde mich jedenfalls darüber freuen. Bis dahin wünsche ich euch weiterhin tolle Bilder und eine wunderschöne Adventszeit.

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